Feste Fehmarnbeltquerung

Der BUND lehnt das Prestigeprojekt ab

Die Idee einer Festen Fehmarnbeltquerung (FFBQ) stammt aus den Zeiten des Kalten Krieges, der Ost-West-Teilung Europas. Das von Dänemark geplante Großprojekt – ein 18 km langer Absenktunnel im Fehmarnbelt zwischen Rødby und Puttgarden – soll den funktionierenden Fährverkehr, die schwimmende Brücke und schwimmende Rastplätze für LKW- und PKW-Fahrer, ersetzen.

Für den BUND ist die FFBQ prägnanter Ausdruck einer verfehlten Verkehrspolitik: 7–8 Mrd. EUR wird das Vorhaben für einen Zeitgewinn von 45–60 Minuten verschlingen. Die FFBQ wird die mit einem Milliardenaufwand modernisierten Häfen in Mecklenburg-Vorpommern, Lübeck und Südschweden entwerten.

Die Eingriffe in das Meeresschutzgebiet "Fehmarnbelt" durch die Baggerarbeiten für die Tunnelelemente sind ökologisch nicht zu verantworten, weil die dort einzigartige Flora und Fauna zerstört wird. Zudem drohen durch aufgewirbelte Sedimente massive Störungen von Riffen und Sandbänken, die durch die Flora-Fauna-Habitat-(FFH-)Richtlinie besonders geschützt sind. Auch die in der Ostsee gefährdeten Schweinswale werden insbesondere in der Bauphase durch Baulärm und Sedimentfahnen erheblich gestört.

Im Zusammenhang mit der Querung ist im Staatsvertrag vereinbart worden, die Schienenhinterlandanbindung (SHLA) zwischen Bad Schwartau und Puttgarden zweigleisig auszubauen und zu elektrifizieren. Kosten: ca. 1,8 Mrd. EUR für deutsche Steuerzahler. Darin ist der notwendige Neubau einer Fehmarnsundquerung noch nicht enthalten. Das alles, damit u. a. 78 Güterzüge bis zu 850 m lang Tag und Nacht durch die Ferienregion rattern können. Die Auswirkungen für die hier Wohnenden und Urlaubsgäste liegen auf der Hand. 



Suche