UNDINE II: EU-Projekt zu nachhaltigem Tourismus und Meeresschutz gestartet

Der Landesverband Schleswig-Holstein hat am 1. März bei der Auftaktveranstaltung des deutsch-dänischen Projekts UNDINE II (UNderwater DIscovery and Nature Experience II) im BUND-Umwelthaus Neustädter Bucht die Pläne für die kommenden drei Jahre vorgestellt. An erster Stelle des aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (INTERREG 5a Deutschland-Danmark) geförderten Projekts steht die Entwicklung naturverträglicher touristischer Produkte auf Grundlage der spannenden und schützenswerten Unterwasserwelt der Ostsee. Es baut auf sein Vorgängerprojekt UNDINE auf, wobei es sowohl regional als auch inhaltlich „Neumeer” erschwimmt.

Geleitet wird UNDINE II vom BUND Schleswig-Holstein, der mit acht weiteren Partnern an der Umsetzung des Projektes arbeitet. Mit an Bord sind die Partner Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Geobytes KG, Ostsee Info-Center Eckernförde, Tourismus-Agentur Lübecker Bucht, Kommune Vordingborg, Naturturisme I/S, Fjord og Bælt sowie das GeoCenter Møns Klint. Weitere Partner kooperieren mit dem Projekt, darunter der Ostsee-Holstein-Tourismus e.V., Destination Lillebælt, Naturama, VisitNyborg, das Museum für Natur und Umwelt in Lübeck, Visit Sydsjælland-Møn, die WTSH GmbH und die Organisation Trente Mølle.

UNDINE II wird Gäste wie Einheimische auf ökologisch verträgliche Art und Weise in die unbekannten Tiefen der westlichen Ostsee und dänischen Südsee entführen. Die Meeresbewohner und verschiedenen Lebensräume unter der Wasseroberfläche können mit Hilfe von spannenden Umweltbildungsmaterialen und interaktiven Tauchplatzkarten erkundet werden. Durch Schnorchelangebote, Ausstellungen und Unterwasserfilme sollen die Regionen touristisch noch attraktiver werden.

„Natur erleben” an der Küste stellt bei der deutschen und dänischen Bevölkerung ein wichtiges Reisemotiv dar. Somit ist die Ostsee als einzigartiges Natur- und Kulturerbe für den Tourismus der Programmregion eine Stärke, die es für die Zukunft zu bewahren gilt. UNDINE II möchte die Ostseegäste gleichzeitig für die Schutzbedürftigkeit und Gefahren, denen das Meer ausgesetzt ist, sensibilisieren. Um einen Einklang zwischen Tourismus und Naturschutz zu erreichen, arbeiten bei UNDINE II fachkundige Umwelt- und Naturschutzexperten mit Naturinformationszentren und Touristikern zusammen. So wird UNDINE II sicherstellen, dass die Ostsee auch dauerhaft ihren Wert behält und die Projektregion durch neue und attraktive Angebote ihre touristische Wettbewerbsfähigkeit ausbaut.

Flachwasserbereich der Ostsee (© Dietmar Reimer)
Gelbe Haarqualle (© D. Reimer)
Strandkrabbe beim Muschelfressen (© Dietmar Reimer)

UNDINE – UNderwater DIscovery and Nature Experience

Mit seiner großen Vielfalt an marinen Lebensräumen und Arten stellt der Fehmarnbelt einen besonderen Schatz der Ostsee dar. Um die Schönheit und Schutzwürdigkeit dieser faszinierenden Unterwasserwelt besser sichtbar und erlebbar zu machen, wurde das Umwelthaus ideal am Ostseestrand gelegen offizieller Sitz des deutsch-dänischen Umweltbildungsprojekts UNDINE, das der BUND Schleswig-Holstein zwischen Juli 2012 und Juni 2015 leitete und gemeinsam mit seinen Partnern aus Umweltbildung, Naturschutz, Mediengestaltung und Tourismus gestaltete.

UNDINE hat während der Projektlaufzeit Ostsee-Anwohner, -Urlauber und -Interessierte im Allgemeinen sowie Schnorchler, Taucher und Wassersportler im Speziellen zu „UNderwater DIscovery and Nature Experience“ eingeladen und sich neben der Erschließung des grünen Reichs auch für seinen langfristigen Schutz eingesetzt. Ein Schwerpunkt hat dabei auf der Gestaltung von Kurzfilmen gelegen, die die Schönheit der Unterwasserwelt präsentieren und kostenlos in touristischen Einrichtungen der Projektregion sowie im Umweltbildungsbereich gezeigt werden können. Außerdem sind Tauchplätze kartiert und beschrieben, die Umweltbildungsangebote zum Thema Ostsee erweitert sowie Unterwasser-Bestimmungshilfen und andere Informationsmaterialien entworfen worden, die u. a. während organisierter Schnorchelführungen genutzt werden können.

Das Umwelthaus ist bereits seit vielen Jahren eng mit verschiedenen Akteuren aus dem Tourismus, der Umweltbildung und dem Naturschutz vernetzt und konnte auch während ehemaliger deutsch-dänischer EU-Projekte wichtige Erfahrungen sammeln. Während der UNDINE-Laufzeit von 2012 bis 2015 ist das Projekt hauptamtlich von zwei Meeresbiologinnen betreut worden: Stefanie Sudhaus koordinierte die Projektaktivitäten in der BUND-Landesgeschäftsstelle in Kiel, während Anke Hofmeister im Umwelthaus tätig und hier hauptsächlich für die Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung zuständig war.

Die Aktivitäten im Rahmen des UNDINE-Projekts sollten das touristische Potential der Region bereichern, Besucher aber auch für die Schutzbedürftigkeit der Ostsee sensibilisieren. Mehr Informationen befinden sich auf der UNDINE-Homepage.



Was lebt denn da?

Aktuelles Artenporträt des BUND-Arbeitskreises Meer und Küste: die Seenadel.

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